Neubau ALDI-Markt – Lübeck-Kücknitz
Ein neuer Baustein für die Mitte.
Städtebaulicher Kontext
Der Neubau des ALDI-Marktes an der Solmitzstraße entwickelt einen bestehenden Einzelhandelsstandort im Zentrum von Kücknitz zu einem eigenständigen Baustein des Stadtteilzentrums weiter. Die besondere städtebauliche Situation – geprägt durch die Solmitzstraße, den Kirchplatz, angrenzende Bebauung und einen stark frequentierten öffentlichen Raum – erforderte dabei mehr als die Umsetzung eines standardisierten Handelsgebäudes.
Ziel des Entwurfs war es, den Markt selbstverständlich in den bestehenden Stadtraum einzufügen und gleichzeitig eine klare, identitätsstiftende Adresse auszubilden.
Entwurf & städtebauliche Setzung
Der Entwurf reagiert auf die unterschiedlichen Maßstäbe des Umfelds mit einer klar gegliederten Baukörperstruktur. Der zweigeschossige Baukörper bildet entlang der Solmitzstraße eine markante Raumkante und gibt dem heterogenen Umfeld eine neue räumliche Fassung. Gleichzeitig vermittelt die angrenzende, eingeschossige Gebäudestruktur zwischen dem großmaßstäblichen Einzelhandel und der kleinteiligeren Bebauung des Umfelds.
Die Zweigeschossigkeit wird dabei nicht nur funktional genutzt, sondern bewusst als städtebauliches Gestaltungsmittel eingesetzt. Sie verleiht dem Gebäude Präsenz im Straßenraum und lässt den Markt stärker als Teil des Stadtgefüges erscheinen.
Besondere Bedeutung kommt der Gebäudeecke und dem Eingangsbereich zu. Das auskragende Vordach markiert den Zugang deutlich und schafft gemeinsam mit der großzügigen Verglasung eine gut ablesbare Adresse an der Schnittstelle der angrenzenden Straßen- und Platzräume.
Architektur & Materialität
Die architektonische Gestaltung löst sich bewusst von der typischen Erscheinung eines standardisierten Lebensmittelmarktes. Prägend ist eine robuste Klinkerfassade mit differenzierten rot-braunen und grauen Farbtönen, die einen unmittelbaren Bezug zur Materialität des bestehenden städtebaulichen Umfelds herstellt.
Der Klinker wird mit großformatigen Verglasungen und einer durchgehenden Fensterzone im Obergeschoss kombiniert. Dadurch entsteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Geschlossenheit und Transparenz. Die klare horizontale Gliederung verleiht dem Gebäude eine ruhige, urbane Präsenz, während die unterschiedlichen Gebäudehöhen und Fassadenöffnungen die große Baumasse differenzieren.
So entsteht ein Gebäude, das seine Nutzung klar erkennen lässt, sich gestalterisch jedoch bewusst über die klassische Handelsarchitektur hinausentwickelt.
Stadtraum & Freiraum
Eine wesentliche Qualität des Entwurfs liegt in seiner unmittelbaren Beziehung zum öffentlichen Raum. Der Zugang, die großzügigen Vorbereiche und die angrenzenden Geh- und Fahrradflächen bilden zusammen mit dem Gebäude einen zusammenhängenden städtischen Raum.
Der vorhandene Baumbestand wird dabei nicht als Kulisse verstanden, sondern prägt die Wahrnehmung des Gebäudes wesentlich mit. Insbesondere der große Baum im Bereich des Eingangs schafft einen charakteristischen Übergang zwischen Straße, Vorplatz und Gebäude und trägt zur Einbindung des Neubaus in den gewachsenen Stadtraum bei.
Nachhaltigkeit & Funktion
Neben der städtebaulichen und architektonischen Entwicklung wurden auch ressourcenschonende Aspekte in die Planung integriert. Dachbegrünung, ein nachhaltiger Umgang mit Niederschlagswasser sowie die Nutzung anfallender Abwärme unterstützen einen energie- und ressourceneffizienten Gebäudebetrieb.
Entwurfshaltung
Der Neubau verbindet die funktionalen Anforderungen eines modernen Lebensmittelmarktes mit einer klaren städtebaulichen und architektonischen Haltung. Die bewusste Setzung des Baukörpers, die klare Zweigeschossigkeit, die ortsbezogene Klinkerarchitektur und die sorgfältige Ausbildung des Eingangsbereichs machen aus dem Handelsgebäude einen eigenständigen Bestandteil des Stadtteilzentrums.
| Planungszeitraum | 2012 - 2017 |
| Bauzeit | 2016 - 2017 |
| Leistungsphasen | 1 –9 |
| Nutzfläche | ca. 1.585 m² - Einzelhandel ca. 330 m² - Bürofläche |