Marktkauf-Center in Wismar

Einen gewachsenen Handelsstandort neu inszenieren.

Transformation eines etablierten Handelsstandortes  

Das Anfang der 1990er-Jahre errichtete Marktkauf-Center in Wismar wurde zwischen 2011 und 2013 umfassend erweitert, neu geordnet und gestalterisch modernisiert. Der großmaßstäbliche Bestand vereinte bereits unterschiedliche Nutzungen – vom SB-Warenhaus über kleinere Handels- und Dienstleistungsflächen bis hin zu
Praxen und weiteren Einrichtungen.

Die Aufgabe bestand darin, die gewachsene Struktur an veränderte Anforderungen anzupassen und dem etablierten Standort zugleich ein zeitgemäßes, eigenständiges Erscheinungsbild zu verleihen.

Erweitern und neu ordnen  

Den wesentlichen baulichen Eingriff bildet die Erweiterung des Warenhauses entlang der Südseite. Der Bestand wurde auf einer Länge von rund 135 Metern um etwa zwölf Meter erweitert und damit räumlich und funktional neu organisiert.

Im Inneren wurde die vorhandene Struktur grundlegend überarbeitet. Eine neu geschaffene Mall bildet das verbindende Rückgrat des Centers und ordnet die ergänzenden Shopnutzungen neu. Aus dem ursprünglich stark auf die reine Verkaufsfläche ausgerichteten Gebäudekomplex entsteht damit ein stärker vernetzter Handels- und Aufenthaltsbereich.

Eine neue Adresse  

Besondere Bedeutung erhält die Neugestaltung der Eingänge. Der bisherige nordwestliche Zugang wurde vollständig zurückgebaut und durch eine markante neue Eingangssituation ersetzt. Ein weit auskragendes Vordach, großflächige Verglasungen und eine klar gegliederte, horizontal strukturierte Fassadenebene formulieren eine neue Adresse für den gesamten Standort.

Die Außenaufnahmen zeigen dabei deutlich das Zusammenspiel von Transparenz, dunkler Rahmung und horizontaler Gliederung. Die großformatigen Marktkauf-Kennzeichnungen werden in die Architektur integriert und bilden gemeinsam mit dem Eingang eine weithin erkennbare Identität des Centers.

Raum als verbindendes Element  

Auch die Innenräume greifen diese Gestaltungshaltung auf. Die Eingangshalle ist geprägt von einer großzügigen Verglasung und einer transparenten räumlichen Organisation. Horizontale Lamellen schaffen eine visuelle Filterung und verbinden die unterschiedlichen Ebenen und Nutzungsbereiche miteinander.

Die reduzierte Materialpalette aus dunklen Rahmen, hellen Wand- und Deckenflächen sowie großformatigen Bodenbelägen wird durch eine prägnante Beleuchtung ergänzt. Runde und rechteckige Leuchten setzen dabei gezielte Akzente und verleihen dem ansonsten klar gehaltenen Innenraum eine eigenständige Atmosphäre.

Einheitliches Erscheinungsbild  

Die gestalterische Überarbeitung beschränkt sich nicht auf die neue Eingangssituation. Teilbereiche der Fassaden wurden neu geordnet und bestehende Glas- und Fensterflächen überarbeitet. Gleichzeitig wurden Shopflächen erweitert, Stellplatzbereiche neu organisiert und die Zu- und Ausfahrten an die veränderte Gebäudestruktur angepasst.

So wird der heterogene Gebäudebestand nicht durch eine vollständig neue Architektur ersetzt, sondern durch gezielte Eingriffe zu einem klarer wahrnehmbaren Gesamtstandort zusammengeführt.

Weiterbauen mit neuer Identität  

Die zwischen 2011 und 2013 realisierte Maßnahme steht beispielhaft für die Transformation eines großmaßstäblichen Handelsbestands. Erweiterung, funktionale Neuordnung und architektonische Überarbeitung greifen ineinander und entwickeln den etablierten Standort aus seinen vorhandenen Strukturen heraus weiter.

Im Mittelpunkt steht dabei weniger der einzelne bauliche Eingriff als die Neuformulierung des gesamten Auftritts: Aus einem gewachsenen Handelskomplex entsteht ein zeitgemäß organisierter und identitätsstarker Einkaufsstandort.

Planungszeitraum 2009 - 2013
Leistungsphasen 1 – 9
Bauzeit 2011 - 2013
Nutzfläche ca. 11.980 m²
Verkaufsfläche ca. 9.880 m²
Stellplätze 923 Stk.