Oldenburger Stadtmarkt-Zentrum

Stadt neu verbinden.

Ein neuer Ort entsteht dort, wo sich Wege, Nutzungen und Stadträume überlagern. Mit dem Oldenburger Stadtmarkt-Zentrum wurde ein ehemals durch Schwimmhalle und Post geprägtes Areal neu geordnet und zu einem zeitgemäßen innerstädtischen Standort für Handel, Dienstleistung und Arbeiten entwickelt.

Dabei steht nicht die einzelne Nutzung im Mittelpunkt, sondern das Zusammenspiel verschiedener Funktionen und die Einbindung in das bestehende Stadtgefüge. Das Stadtmarkt-Zentrum bildet einen neuen Baustein zwischen Innenstadt, Schauenburger Platz und den nördlich anschließenden Sport- und Freizeiteinrichtungen.

Städtebau  

Die besondere Herausforderung des Projekts lag in seiner innerstädtischen Lage. Das Grundstück befindet sich an der Schnittstelle unterschiedlicher städtischer Strukturen: Die kleinteilige, historisch gewachsene Innenstadt trifft hier auf größere Verkehrs- und Erschließungsräume sowie öffentliche und gewerbliche Nutzungen.


Mit der Neuordnung des Areals wurde diese heterogene Situation als Potenzial verstanden. An die Stelle aufgegebener Funktionen tritt ein Gebäudeensemble, das die vorhandenen Strukturen ergänzt und den Standort wieder stärker in das städtische Leben einbindet. Die Positionierung des Baukörpers und die Organisation der Außenräume schaffen klare Beziehungen zwischen Gebäude, Straße und angrenzenden Nutzungen. Der Standort wird damit nicht als isolierte Handelsfläche gedacht, sondern als Teil des innerstädtischen Gefüges.

Architektur und Nutzung  

Die Architektur des Stadtmarkt-Zentrums ist geprägt von Klarheit, Funktionalität und einer ruhigen Großform. Der Baukörper entwickelt sich aus den Anforderungen der unterschiedlichen Nutzungen und schafft großzügige, flexibel organisierbare Flächen. Die horizontale Ausrichtung unterstützt die Einfügung in den überwiegend niedrig bebauten Stadtraum. Gleichzeitig sorgen klar definierte Eingänge und Fassadenbereiche für eine gut ablesbare Adresse und Orientierung.

Die Architektur verzichtet auf eine übersteigerte Formensprache. Ihre Identität entsteht vielmehr aus Proportion, Struktur und der präzisen Organisation von Baukörper und Freiraum. Die großflächige Handelsnutzung wird so in eine klare architektonische Ordnung überführt. Handel, Dienstleistung und Arbeiten werden unter einem Dach miteinander verbunden. Die großzügigen Flächen des Erdgeschosses sind auf die Anforderungen des Einzelhandels zugeschnitten, während ergänzende Nutzungen im Obergeschoss Raum für Büro, Praxis und weitere Dienstleistungen schaffen.

Die flexible Grundstruktur ermöglicht unterschiedliche Nutzungen und macht das Gebäude langfristig anpassungsfähig. Aus der Kombination verschiedener Angebote entsteht ein Ort, der über den reinen Einkauf hinausgeht und zu einem alltäglichen Bestandteil des städtischen Lebens wird.

Freiraum, Erschließung und Transformation  

Der Freiraum vermittelt zwischen der großmaßstäblichen Gebäudestruktur und dem gewachsenen Stadtraum. Stellplatz- und Bewegungsflächen werden durch Grünstrukturen und Baumpflanzungen gegliedert. Insbesondere die Baumreihe entlang der Göhler Straße schafft einen räumlichen Filter zwischen Verkehrsraum und Gebäude und stärkt die Adresse des Standorts.

Die verkehrliche Erschließung erfolgt über die Göhler Straße und die unmittelbar zugeordneten Stellplatzflächen. Die ebenerdige Organisation ermöglicht kurze Wege zwischen Parkplatz und Gebäude. Gleichzeitig nimmt die städtebauliche Konzeption die fußläufigen Verbindungen zur Innenstadt und zu den angrenzenden öffentlichen Einrichtungen auf.

Die Geschichte des Ortes ist dabei Teil seiner heutigen Identität. Wo zuvor Schwimmhalle und Postgebäude standen, entstand schrittweise ein neuer innerstädtischer Nutzungsschwerpunkt. Nicht die Entwicklung einer Fläche am Stadtrand, sondern die Reaktivierung eines bereits erschlossenen Areals bildet die Grundlage.
Aus einem Ort des Funktionsverlustes wird ein neuer Ort der Bewegung, Versorgung und Begegnung. Die Architektur macht diesen Wandel sichtbar und fügt den neuen Baustein selbstverständlich in den bestehenden Stadtraum ein.

Einbindung  

Das Stadtmarkt-Zentrum ergänzt die gewachsene Innenstadt um Nutzungen, für die die kleinteilige historische Struktur nur begrenzt geeignet ist. Großflächiger Einzelhandel, Dienstleistungen und ergänzende Angebote werden räumlich gebündelt und zugleich mit dem bestehenden Zentrum verknüpft.

Gerade aus diesem Zusammenspiel entsteht die städtebauliche Bedeutung des Projekts. Das Gebäude bildet keinen abgeschlossenen Mikrokosmos, sondern einen Übergang zwischen unterschiedlichen Maßstäben und Stadträumen. Die Architektur vermittelt zwischen der kleinteiligen Stadtstruktur und den großzügigen Dimensionen moderner Handelsnutzungen. Sie schafft damit eine neue Adresse, ohne den bestehenden Stadtraum aus dem Blick zu verlieren.

Ein neuer Baustein für Oldenburg  

Das Oldenburger Stadtmarkt-Zentrum steht für eine Architektur, die ihre Qualität aus der Verbindung unterschiedlicher Anforderungen entwickelt: Stadt und Gebäude. Handel und Begegnung. Funktion und Freiraum.

Aus diesen Beziehungen entsteht ein Ort, der über seine einzelne Nutzung hinausweist. Das Stadtmarkt-Zentrum schafft neue Verbindungen innerhalb der Stadt und entwickelt ein ehemals untergenutztes Areal zu einem selbstverständlichen Bestandteil des urbanen Alltags.

Stadt neu verbinden – als städtebauliches Prinzip, als architektonischer Anspruch und als Leitgedanke für die Entwicklung eines neuen innerstädtischen Ortes.

Planungszeitraum 2007 - 2020
Leistungsphasen 1 –8
Bauzeit 2012 - 2013 - 1. BA
2018 - 2020 - 2. BA
Nutzfläche ca. 7.445 m²